Wilkommen beim LandFrauenVerband Mannheim

Frauenpower pur! Tradition mit frischem Wind: Aktiv, Innovativ und Zukunftsweisend

Maimarkt 2008
Der TV-Star und die Mistgabel
 
Als Schwarzwälder Bäuerin Johanna steht sie in der Seifenoper „Die Fallers“ ihre Frau, im Maimarkt-Festzelt erzählte sie aus den „Memoiren einer Mistgabel“: Keine Frage, als Stargast beim Tag der Landfrauen konnten die Organisatoren kaum eine passendere Besetzung finden als die Schauspielerin Ursula Cantieni und augenzwinkernd plauderte sie aus ihrem Leben als Darstellerin und Ehefrau. Akustische Kostproben machten Appetit auf ihre sehr persönliche „Kochgeschichten“ mit Familienrezepten von der Urgroßoma bis heute.
 
Probleme einer Landwirtin, den Aufgaben als Managerin eines Agrarunternehmens, Ehefrau und Mutter gerecht zu werden, sowie der Spagat zwischen Stadt und Land standen im Mittelpunkt der Festrede von Ursula Cantieni. Nicht nur die gute Seele der Fallers werde in diesem Jahr 60, sondern auch sie selbst. Ihre Devise für diese Lebensetappe: „Ballast abwerfen, wichtige Dinge regeln, so lange man es noch aktiv angehen kann.“ Mit leichtem Gepäck, versicherte die Graubündnerin, wolle sie zu neuen Ufern aufbrechen.
 
„Die soziale, rechtliche und wirtschaftliche Situation der Landfrauen zu verbessern, das ist unser Ziel“, betonte Mannheims Landfrauen-Chefin Carmen Knauer, die auch ihre Kollegin und baden-württembergische  Landesvorsitzende Hannelore Würz begrüßte. Bürgermeister Christian Specht lobte den enormen ehrenamtlichen Einsatz der Agrar-Ladies, der ohnehin in ländlichen Regionen stärker ausgeprägt sei: „Davon können wir in der Stadt noch was lernen.“  
 
Besonders im Hinblick auf die Probleme von sozial schwachen Familien, die oft „nicht wissen, was gesunde Ernährung überhaupt ist“. Vom Badener Lied bis zu „Die Gedanken sind frei“ umrahmte Heiderose Karl als „Christel von der Post“ den vergnüglichen Vormittag.
 
Marmeladenspende 2008

 

Eine Spende in Höhe von 6000 Euro, der Erlös des jährlichen Marmeladenverkaufs auf dem Mannheimer Weihnachtsmarkt, übergab Carmen Knauer mit ihrem Team vom Landfrauenverband Kreis Mannheim. Wohlbedacht und im Vorfeld erkundet ging die Spende hälftig an den Notruf für misshandelte Frauen und Mädchen in Mannheim und an „Aufwind“, eine Kooperation des Fördervereins Söhne Mannheims und des Johann Peter Hebel Heims, Mannheim.
 
Das Projekt Aufwind dient der Unterstützung von jungen Menschen in Notlagen und sozial benachteiligten Menschen. Eingliederung ins Berufsleben nach den Kindern, Mittagstisch für Kinder, Hausaufgabenhilfe, Betreuung der Kinder aus sozial schwachen Familien sowie Beratungsangebote der Diakonie durch den monatlichen Sonntagsbrunch stehen dabei auf dem Programm. Eine Arbeit, die von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern geleistet wird.
 
Maimarkt 2006
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„Die Zehn Gebote sind der Wanderplan“ Jürgen Fliege bei den Mannheimer Landfrauen

Die Zehn Gebote erfuhren wohl selten in einem Festzelt anderthalb Stunden lang ungeteilte Aufmerksamkeit. Der bekannte Pfarrer und Fernsehmoderator Jürgen Fliege legte die Gebote lebensnah aus und regte die über 1000 Landfrauen und Gäste im Festzelt auf dem Mannheimer Maimarkt zum Nachdenken an.

Die Zehn Gebote sind nichts für den erhobenen Zeigefinger einer Kanzlerin, von Politikern, Richtern, von Vater und Mutter. Vielmehr sind in sie die wichtigsten Entscheidungen eines Menschenlebens hineingewoben. Je älter wir werden, umso größer sind die Herausforderungen vor die wir gestellt werden, so Jürgen Fliege. Ein alter Mensch hat einen anderen Blick auf das Leben als ein junger und deshalb stehen für ihn andere Themen an erster Stelle. Der Pfarrer sieht die Zehn Gebote in umgekehrter Reihenfolge auf die menschlichen Lebensstufen zugeschnitten.

Die erste Lektion, die ein Mensch lernt, und mit der er bis an sein Lebensende umgehen muss, ist: Wie wirst du fertig mit der „Gier“? Darauf beziehen sich das zehnte und neunte Gebot.

Im Kindergarten, in der Schule, unter Geschwistern müssen die Kinder lernen, dass sich nicht immer alles um sie allein drehen kann. Das achte Gebot gibt hier die Anweisung, nicht schlecht über andere zu reden („falsches Zeugnis“) und sie mit Worten „klein zu machen“, nur um dadurch besser dazustehen.

Früher gingen die Jugendlichen mit 14 Jahren schon aus dem Elternhaus weg, in eine Lehre. In diesem Alter wird es wichtig unterscheiden zu können zwischen „mein“ und „dein“. Nicht alles gehört „uns“, wir müssen auch das Fremde respektieren. Dafür steht das siebte Gebot.

Für Jugendliche kommt die Sexualität als starke Kraft ins Spiel. „Du sollst nicht ehebrechen“ (sechstes Gebot) bekommt nun seine Bedeutung. Es gilt zu lernen, bestehende Beziehungen zu akzeptieren.

Das fünfte Gebot sei im Blick auf die Männer ausgesprochen, so Fliege. Deren Handwerk sei schon immer das Töten gewesen z.B. im Krieg. Männer hätten nicht die verschiedenen Möglichkeiten zur Konfliktlösung wie Frauen. In einer Krise heiße es: “Kämpfen und siegen“. Für heranwachsende Männer gelte es zu lernen: Du musst ohne Töten durchs Leben kommen. Sonst zahlst du einen hohen Preis.

Vater und Mutter zu ehren (viertes Gebot), das wird für Töchter und Söhne jenseits der vierzig zur Aufgabe. Plötzlich kommen die Eltern wieder ins Blickfeld, weil sie auf Hilfe angewiesen sind.

Mit zunehmendem Alter wird uns die Zeit wieder „heilig“ und wir fragen, ob wir den richtigen oder falschen „Göttern“ nachgelaufen sind (zweites und erstes Gebot). Wir ziehen Bilanz. Was hat Bestand? Auf die Frage, was sie im Leben anders machen würden, könnten sie nochmals von vorne anfangen, sagen viele Alte: „Ich hätte gerne mehr Zeit gehabt für die Liebe, für die Kinder, für die Frau, für meinen Garten, dafür, selbst geliebt zu werden,“, berichtet Seelsorger Fliege.

Wer am Lebensende trotz Schicksalsschlägen und Niederlagen spürt, dass sein Leben von einer unsichtbaren, liebenden Kraft geführt wurde, der braucht sich auch nicht vor dem Ende zu fürchten. Für ihn ist das Leben „in Ordnung“ gewesen.

 

 
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